Ja, es ist mal wieder die Jahreszeit in der die Drechsler Ostereier machen… Eigentlich nix besonderes, außer man zwingt sich die Eier mit dem Meißel zu drechseln 🙂
Ich glaub alle Drechsler kennen Ihn, viele mögen ihn nicht, den Meißel. Nicht nur einmal hab ich mir ein fast fertiges Drechselobjekt mit einer ungewollten Spirale, den Nürnberger, verziert. Einzige Lösung, alles etwas dünner machen… So wurden damals die ersten Eier aus einer 55er Kantel am Ende nur 30mm dick 😀 Weil ich immer wieder eingehakt bin und immer wieder etwas dünner drechseln musste.
Heute klappt es eigentlich ganz gut und ich greife oft zum Meißel. Ich behaupte mal, weil ich angefangen habe die Ostereier mit dem Meißel herzustellen.
Um die Kollegen an diesem Erfolg teilhaben zu lassen, haben wir dieses Jahr wieder ein „Ostereier mit dem Meißel“ Treffen gemacht. Dieses mal aber in der neuen Werkstatt von Thomas A. aus M., die er extra für uns etwas aufgeräumt hat 😉 Weiterhin hat er eine kleine Auswahl an trockenen Hölzern bereit gestellt, feinsäuberlich beschriftet, an der durften wir uns bedienen.


Sonntag früh sind wir dann mit 3 zusätzlichen Bänken bei Thomas aufgeschlagen. Uwe T. aus W. war der erste, er hatte mir dem Meißel noch keine Erfahrungen gemacht und ich bin ihm dann ein bisschen zur Hand gegangen. Wenn man es kann, verspricht der Meißel eine perfekte Oberfläche… Irgendwie hab ich es nicht so toll hin bekommen, also hat der liebe Armin G. aus M. mir dann noch mal gezeigt wie es richtig geht… 😀 Man lernt einfach immer wieder dazu 😉
Zum probieren hatten wir alle möglichen Meißelformen bereit gelegt, aber irgendwie hatte jeder schon seine Vorlieben oder übt sicherlich lieber Zuhause im kleinen Kämmerlein, ohne prüfende Blicke über die Schulter 🙂 Jeder wie er mag.



An dem Tag gab es noch etwas, besonderes. Der Thomas ist auch leidenschaftlicher Bäcker an seinem Holzbackofen und hat uns für den Tag zum Flammkuchen essen eingeladen. Ich dachte, ich motiviere die Drechsler und um Jeden an die Bank zu bekommen behauptete ich, dass es nur ein Flammkuchen gibt, wenn man dem Thomas dafür ein Ei gibt…
Die Rechnung ging auf. Jeder stand mal an der Bank und hat ein zwei Eier fabriziert. Auch ich bin noch mal an die Bank und hab gezeigt, dass ich es doch irgendwie kann. Beweis, letztes Bild, links gekräuselt, fein gelockt, oder irgendwie so… Soll wohl Qualitätsmerkmal sein…






Ja, am Ende, unsere beste Henne im Stall, war wohl der gute Bradley R. aus S. Irgendwie hatte er die Gelegenheit mal wahrgenommen und alle Holzreste aus seinem Lager zu Eier zu verarbeiten… Oder vielleicht hatte auch auch einfach nur Hunger… Zumindest produzierte er ein Ei nach dem anderen. Wir mussten ihn dann noch zum geselligen Flammkuchen rufen… Sonst würde heute vermutlich immer noch Eier legen.
Am Ende platzierten wir alle Eier zusammen für ein Bild, es ist etwas peinlich, dass der Linke Stapel von Bradley ist und der Rest der Mannschaft scheinbar nur Kaffee und Plaudern im Kopf hatte 🙁 Da fällt mir ein, wir brauchen mehr Bilder von den geselligen Momenten 😀
Thomas kleine Sommerküche war sehr gemütlich, die Flammkuchen waren ausgezeichnet und ich freu mich schon auf ein Wiedersehen 🙂


