Da ist das Wochenende schon wieder rum und jeder geht seiner gewohnten Tätigkeit nach.
Am vergangenen Wochenende waren ein großer Teil der Rheinhessen-Drechsler bereits zum 4. mal im Ober-Olmer Wald und haben ihre Drechselbänke ausgeführt. Samstag früh um 9 ging es schon los mit dem Aufbau. Etwas Platz für 6 Maschinen schaffen, eine Ausstellungsfläche vorbereiten und etwas frisches Holz sägen. Das Schicksal hatte uns frische Birke geschenkt, die wir zu einigen Nassholz-Schalen verarbeiten wollten. Jeder Drechsler hatte aber auch noch wie immer zu viel trockenes Holz dabei.




Für das Publikum war dann quasi ab 11 Uhr geöffnet. Jeder drechselte an einer Bank etwas anderes. Jeder der gerade kein Eisen in der Hand hatte, kümmerte sich um die interessierten Besucher. Es waren dieses mal auch sehr viele Drechsler gekommen, die sich anschauen wollten, was die Kollegen so fabrizieren. Einige bekannte Gesichter aus anderen Drechsler Vereinen haben auch ihren Weg gefunden, das hat mich sehr gefreut, so ist dieses Sommerfest ja auch eigentlich gedacht.
Jeder von uns hat ein paar ausgewählte Stücke mitgebracht und ausgestellt. Hier ging es uns mehr um eine breite Auswahl an gedrechselten Gegenständen und weniger um ein und den selben Gegenstand in 10 verschiedenen Holzsorten zu zeigen. Es gab Gebrauchsgegenstände wie Mühlen und Zirbenbrottöpfe. Schmuck wie verschiedene Anhänger oder Ringe. Schalen in den verschiedensten Formen. Kunstgegenstände zum hinstellen, liebevoll Stehrümchen genannt und zb auch eine gedrechselte Vogelfutterstelle.
Am meisten hat es mir die Klorollenraupe angetan 😀 Der Kopf war drehbar, damit man sich beim wichtigsten Geschäft nicht zu sehr beobachtet vorkommt 😀





Insgesamt waren wir 13 Drechsler an bis zu 6 Bänken. Somit hatten immer ein paar von uns Zeit mit dem interessierten Publikum zu schwätzen, und sie über die Herstellungsprozesse aufzuklären. Wie lange dauert es so eine Schale zu drechseln, warum muss sie trocknen, warum nicht gleich trockenes Holz etc… Ich denke hier wurden viele Infos preisgegeben.
Alle die nicht gedrechselt oder sich unterhalten haben, konnten etwas essen 🙂 Das Forsthaus Kiosk hat sich bestens um uns gekümmert! Wir wurden mit Kaffee und belegten Brötchen bestens versorgt und der Mohnkuchen ist mein persönlicher Favorit 😀 Herzlichen Dank dafür an das gesamte Forsthaus Team!












Wir hatten sowohl auf der Website, als auch vor Ort damit geworben, dass wir die „Dinge“ frisch von der Bank für einen guten Zweck gegen Spenden abgeben. Im letzten Jahr waren sich die Leute oft nicht sicher, was sollen sie spenden, welche Höhe ist angemessen und wo geht das Geld am Ende hin.
Dieses mal hatten wir versucht etwas transparenter zu sein. Wir hatten auf einem Tisch alle unsere frisch gedrechselten Stücke aufgestellt und haben am Tisch Zonen markiert, die in etwa den Wert des Teils darstellen sollten. Somit standen Kreisel eher bei den 2 Euro Zahlenstrahl. Die Salz und Pfefferstreuer über der 5 und näher an der 10. Gedrechselte Dosen hatten wir mehr bei den 15 Euro angesiedelt und ein paar größere Frischholzschalen haben wir an die 20 Euro Marke gestellt. Somit hatte jeder Besucher eine ungefähre Einschätzung für seine Spende.
Ein wunderschönes handgeschriebenes Plakat wies darauf hin, dass die Einnahmen aus den Spenden an Umweltbildungsprojekte des SDW gespendet werden. Und hier kann ich heute sagen, wir haben 250 Euro an Spenden gesammelt.
Die frisch gedrechselten Objekte haben so ihren eigenen Scham. Leider kann man sie oft nicht komplett fertig machen. Zumindest bin ich mir bei dem Finish nie so richtig sicher und die Teile sind dann bei mir eher unbehandelt und die Käufer bekommen eine Instruktion oder Hinweis, was sie tun können. Gedrechselt hatte ich verschiedene Dosen aus Robine sowie aus der frischen Birke unterschiedliche dünnwandige Schalen. Die Schalen waren komplett nass und sie wurden von den Käufern eher verschmäht, dabei wissen sie nicht, was ihnen entgangen ist. Die Schalen verziehen sich innerhalb von wenigen Tagen (siehe letztes Bild hier) und werden dadurch unsymmetrisch und eben nicht langweilig rund… Ich mach später, wenn sie geschliffen und geölt sind noch mal ein paar Bilder, um „Euch“ die Nasen etwas lang zu machen. Vielleicht ist im nächsten Jahr ja Jemand mutiger.
Und eine Forstamt Mitarbeiterin hat sich ein neues Heft für ein Schnitzeisen gewünscht. Hier hab ich versucht den Götterbaum über 4 Achsen zu drechseln, was das Heft dann quasi dreieckig macht. Ich finde es liegt gut in der Hand. Weiterhin entstanden dekorative Kugeln und andere Dinge, die ich oft nicht schnell genug fotografieren konnte.









Samstag Abend haben wir dann versucht unserem Sommerfest alle Ehre zu machen und haben gegrillt. Das Fleisch wurde von zwei Drechselkollegen gesponsert, herzlichen Dank dafür. Das Forsthaus hat uns etwas Grillgemüse bereitgestellt. Auch hier wieder herzlichen Dank! Ebenso an das Bereitstellen von Geschirr und was man noch so braucht. Vielen vielen Dank!.




Sonntag früh hat der liebe Josef H. aus D. die beiden Übernachter mit frischen Brötchen und und Kaffee beschenkt, auch hier nochmals herzlichen Dank!
Und noch mal ein Dank an das ganze Team. Mir macht die Organisation des Events richtig viel Spaß. Einige Besucher haben sich aufgrund der Flyer, die wir verteilt hatten, entschieden zu kommen. Einige aufgrund von Werbung in Sozialen Medien. Viele auch über Mund zu Mund propaganda…
Wie auch immer sie zu uns gefunden haben. Wir freuen uns über Austausch zu unserem Hobby. Freuen uns, wenn andere Drechsler vielleicht mitmachen wollen und was zeigen wollen. Wir sind nicht auf Rheinhessen an der Bank beschränkt.
Meldet Euch, wenn ihr 2027 dabei sein wollt.