Werkstattabend 2 und 3 2026

Letzte Woche hab ich es in die Werkstatt geschafft, aber abgesehen von einem Pizzaschneider, den ich vor rund 8 Monaten schon versprochen hatte, wurde nichts fertig. Angefangen hatte ich aber neben einer großen Kirschen Schale noch eine Kugel aus gestocktem Ahorn, die langsam in einer Plastiktüte weiter vor sich hin reifte und die Pilze schön weiter das Holz durchzogen haben. Gestern hab ich dann mal die Kugel fertig gemacht und wollte hier ein kurzen Bilderbericht zeigen.

Das Holzstück hatte ich im Sommer schon grob vorgeschnitten auf ca 18cm Kugelgröße und dann in Plastikfolie eingewickelt und warm gelagert… Der Pilz zersetzt dann das Holz immer weiter und mach Verfärbungen verschiedener Art. Man nennt dies auch Stockflecken. Das Stück wurde zumindest rund gedrechselt und danach der Durchmesser bestimmt. Hier zeichnet man dann eine Mittellinie, der sogenannte Horizont, der bei den nächsten Schritten nicht beschädigt werden darf…
Von der Mittellinie misst man dann links und rechts den Halben Durchmesser, und sticht dort in das Holz ein bis etwa 2,5cm Durchmesser. Hier ist quasi die Grenze der Kugel. Dann kann man die Seite, wie im Bild zu sehen schon mal auf 45 Grad wegdrechseln, der Rest ist Augenmaß und ich benutze eine Schablone. Dies ist nur ein Ring mit rund 50mm Durchmesser. Hat die Kugel eine perfekte Form, dann liegt der Ring an allen Stellen der Kugel vollflächig auf. Etwas Übungssache, aber das klappt perfekt. Damit die Kugel nicht zu schnell austrocknet, hab ich sie wieder in Folie eingewickelt. So hat sie dann gewartet bis ich wieder Zeit hatte.

Die eine Dimension der Kugel war fertig, nur waren links und rechts noch die Achsen zu sehen, mit denen die Kugel gespannt wurde, diese müssen auch noch weggedrechselt werden. Hierzu macht man sich zwei Halbschalen, mit denen die Kugel zentrisch eingespannt wird. Ich benutze gerne etwas Schwammtuch als Zwischenlage. Das zentrische einspannen sollte man mehrfach überprüfen und sich auch etwas Zeit nehmen, um so einfacher ist es am Ende. Ich benutze ein Lineal und messe an mehreren Stellen den Abstand zu Werkzeugauflage.
Wenn die Kugel jetzt rotiert, kann man im Schatten genau die fertige Kugel sehen und man kann mit dem Werkzeug einfach dieser Form folgen. Ich halte öfter mal an, um zu überprüfen, ob alles wirklich zentrisch ist. Im letzten Bild kann man sehen, dass ich an einer Stelle den Horizont leicht angekratzt hab. Jetzt habe ich eine perfekte Kugel.

Das Holz war noch komplett nass und wenn Holz trocknet, kann es zu Rissen kommen. Das sieht manchmal gut aus, oft aber auch richtig bescheiden. Ein Weg um das Ergebnis etwas zu beeinflussen ist, eine schnelle Trocknung im Ofen. Hier entstehen dann meist viele kleine Risse anstatt einen großen tiefen Riss. Gefällt mir persönlich viel besser. Also, die Kugel mal gewogen, danach in den Backofen bei 120 Grad, mit dem Fleischthermostat öfter mal geprüft, und immer mal gewogen. Nach 5h hatten 230g verloren, was sicher nicht das finale Gewicht ist, aber sollte schon recht viel Spannung aus dem Holz genommen haben. Das Ergebnis mit den versprochenen feinen Rissen sieht man dann im letzten Bild.

Ja, noch ne Woche nahe am Kamin weiter getrocknet, dann hatte ich endlich Zeit die Kugel fertig zu bearbeiten. Zum Schleifen kann man sie einfach wieder zwischen die Halbschalen spannen und dann durch die verschiedenen Körnungen bis 320 durch. Dabei muss man die Kugel öfter mal drehen, sowie die Drehrichtung ändern, damit alle Stellen gleich fein poliert sind. Vom Ergebnis bin ich recht begeistert, mich hat nur das Öl sehr überrascht, denn es hat den Ahorn noch mal stark nachgedunkelt.

Ja, und weil ich Anfangs noch vom Pizzaschneider gesprochen hatte, hier noch mal ein Bild von beiden Seiten.

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